Wie alles begann

Wie alles begann

Johanna 4 Min. Lesezeit

Bevor ich beginne Dir meine Geschichte zu erzählen, möchte ich Dich hier ganz herzlich willkommen heißen und Dir meinen Dank aussprechen.

Danke, dass Du mir einen Teil Deiner Zeit schenkst.

Ich hoffe, dass Du ein paar Erkenntnisse für Dich mitnehmen kannst, während ich Dich auf die Reise durch meine eigene Geschichte mitnehme.

Meine Reise begann nicht mit einem Businessplan. Ich wusste lange Zeit gar nicht, dass ich als Coach arbeiten und auf diese Weise Menschen begleiten würde. Diese Vision ist erst mit der Zeit entstanden – während ich meinen ganz eigenen Wachstumsweg gegangen bin.

Ich hatte viele Fragen, viel Schmerz. Wie oft fand ich mich selbst in der Situation wieder, dass ich das Gefühl hatte, dass Liebe da ist aber der Zugang zueinander fehlt. Dass Gespräche sich im Kreis drehen und sich keiner wirklich gesehen und gehört fühlt. Dass man sich bemüht, sich erklärt, sich anstrengt – und trotzdem nicht zueinander findet, während Hoffnung und Ohnmacht einander abwechseln.

Mit der Geburt meiner Tochter sind in mir so viele Fragen aufgekommen, die mir zuvor nie in dieser Intensität bewusst geworden sind. Was sind meine Werte, was macht meinen Charakter aus, welche Person möchte ich sein um ein gutes Vorbild für mein Kind zu sein, wie will ich mein Leben gestalten und wie hatte ich bis dahin gelebt? Ich musste mir schmerzlich eingestehen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht so lebte, wie ich es mir als Vorbild für meine Tochter gewünscht hätte.

Also begann ich, mich selbst auf den Weg zu machen. Mich selbst zu hinterfragen, mich zu verändern, meine eigenen Muster, Reaktionen, Prägungen und Schutzmechanismen zu erkennen.

Durch die Beobachtung meiner selbst – und anderer Menschen – bin ich auf viele Erkenntnisse gestoßen.

Während dieser Zeit war ich bereits viele Jahre als Hebamme selbstständig und begleitete Paare in diesem sensiblen Übergang zur jungen Familie. Und ich konnte immer wieder Parallelen zu den Herausforderungen feststellen, die ich auch aus meinem eigenen Leben nur zu gut kannte. Doch es waren nicht nur die Parallelen, die mir aufgefallen sind, sondern die sich immer wiederholenden Muster, unabhängig davon, mit wem ich es gerade zu tun hatte. Viele Paare standen vor ähnlichen Dynamiken, Verletzungen und ähnlichen Konflikten.

Ich habe gesehen, wie fein Kinder auf die Atmosphäre zwischen ihren Eltern reagieren. Wie sehr sie Spannungen aufnehmen, auch wenn sie nicht ausgesprochen werden, und wie sehr sie innerlich mittragen, wenn Konflikte ungelöst bleiben. Aber auch wie sehr sie aufblühen, wenn ihre Eltern emotional reguliert sind und emotionale Sicherheit im Miteinander entsteht.

 Durch die Beobachtung meiner eigenen Geschichte und der Geschichten so vieler Paare wurde mir immer klarer, wie stark Prägungen wirken. Bindungsmuster, Schutzstrategien und Dynamiken, die wir oft unbewusst entwickelt haben, um mit Schmerz oder Unsicherheit umzugehen – und die uns später, obwohl sie einst Schutz waren, voneinander trennen und echte, tiefe Verbindung erschweren.

Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Veränderung dann geschieht, wenn einer beginnt, Verantwortung für seinen Anteil zu übernehmen und was möglich wird, wenn wir aufhören, gegeneinander kämpfen – und beginnen, gemeinsam für die Verbindung einzustehen.

Meine vielleicht größte Erkenntnis ist jedoch, dass Beziehungsarbeit nicht nur den Paaren hilfreich ist und guttut. Sie ist in gewisser Weise auch Kinderschutz – nicht im dramatischen Sinn, sondern im stillen, alltäglichen.

Wenn Eltern lernen ihre Trigger zu verstehen, Verantwortung für ihre Muster zu übernehmen und wenn sie lernen, Konflikte sicher und respektvoll zu führen – verändert sich nicht nur ihre Beziehung, sondern das gesamte Familiensystem.

Denn aus beziehungsfähigen Eltern wachsen beziehungsfähige Kinder.

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